Aus einem Bericht einer Persönlichkeit, die ihre Kindheits- und Jugendjahre in der Nähe von Karl und Katharina Ballmer im Tessin verbrachte und deren Eltern mit Ballmers gut befreundet waren, geben wir im Folgenden kurze Ausschnitte wieder.

Aus Erinnerungen an Karl Ballmer

Wenn ich nur die Gespräche mit Ballmer besser wiedergeben könnte...

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War ich 12- oder 14jährig?, jedenfalls benutzte ich einmal die Gelegenheit, Ballmer nach der „Ewigkeit“ zu fragen.

Dazu gehört, dass Ballmers zu Besuch waren in B., es war ein wunderschöner Sommertag gewesen und wir begleiteten abends die Gäste nach Mendrisio zu Fuß zum Bahnhof, wo sie einen Zug nach Lamone hatten. Es war eine warme Sommernacht, die Glühwürmchen glimmten und leuchteten im Flug über den Wiesen. Die Grillen zirpten. Die Luft würzig und erquickend. Oben ein Sternen-übersäter Himmel, nur die Bäume und Wiesen waren dunkler – die Straße durch den Kies hell. Es duftete nach Heu und Gras. – Die Schönheit dieser Sommernacht konnte einen überwältigen und die Frage nach Ewigkeit nicht fernliegen.

Ballmers Antwort: „Kannst du dir Einen Menschen vorstellen, der jetzt ganz da ist?“ – „...?...“ – „Die meisten Menschen leben mit ihren Gedanken entweder in der Vergangenheit, oder sie leben mit ihren Gedanken in der Zukunft – und sind nur zu einem Teil jetzt hier ganz anwesend. – Dieser Mensch ist jetzt ganz da. Das ist Ewigkeit.“

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Einmal, ich mag 17-18-jährig gewesen sein, fragte ich Karl Ballmer: „Was ist Sünde?“

Seine Antwort: „Sünde ist, wenn du etwas tust, wozu du gar keine Lust hast.“

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Kamen Ballmers zu Besuch, so begrüßte er das jüngste Kind immer zuerst.