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Ausstellung:

"Fountain of Erscheinung" Samuel Beckett und die moderne Hamburger Kunst 1936

Galerie 1 der Hamburger Sparkasse
Glockengießerwall 22, 20095 Hamburg
30.10.2006-5.1.2007
Öffnungszeiten: Mo - Fr 9-19 Uhr

Neben dem Spracherwerb diente die Deutschlandreise Becketts 1936/37 vor allem der Auseinandersetzung mit der deutschen Kunst. Während seines 2-monatigen Aufenthaltes in Hamburg im Oktober/November 1936 besuchte Beckett mehrfach die Hamburger Kunsthalle. Durch die Vermittlung von Sammlern lernte er darüber hinaus zeitgenössische Kunst und Künstler kennen. Dabei handelte es sich vor allem um Künstler, die ehemals der Hamburgischen Sezession angehörte hatten, bevor diese sich 1933 nach der nationalsozialistischen Machtergreifung auflöste. Beckett stand somit in engem Kontakt mit der zeitgenössischen Kunstszene der Hansestadt, darunter Karl Ballmer, Eduard Bargheer, Willem Grimm, Karl Kluth und Gretchen Wohlwill. In seinem Tagebuch nehmen die Passagen über die Begegnung mit den jungen Hamburger Künstlern und ihrer Kunst breiten Raum ein. In ihren Werken fand er Anregung und Bestätigung für seine literarischen und poetischen Konzepte, insbesondere im Hinblick auf Darstellungsmöglichkeiten und der Subjekt-Objekt Trennung. Als Fazit schrieb er am Ende seines Hamburg-Aufenthaltes, er glaube nicht, auch in anderen Teilen Deutschlands eine solch tatkräftige, im Verborgenen agierende Kunstszene zu finden.

In der Ausstellung sind rund 45 Bilder der modernen Hamburger Künstler zu sehen, denen Beckett begegnete, viele davon aus der Sammlung der Hamburger Sparkasse. Diesen werden Textpassagen aus den Werken von Beckett gegenübergestellt. So werden bei der künstlerischen Fragestellung Annäherungen und Parallelen zwischen Hamburger Kunst und Becketts Literatur aufgezeigt.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Karl Ballmer, Zwei Figuren, um 1933

Karl Ballmer, Zwei Figuren, um 1933, Farbige Gouache, 43 x 60 cm, Sammlung Hamburger Sparkasse, Dauerleihgabe Museum für Kunst und Gewerbe