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Kunst der 20er Jahre in Hamburg

24. August bis 1. Februar 2004

Altbau | Hamburger Gang

Mit der Neueinrichtung des sogenannten „Hamburger Gangs“ an seinem ursprünglichen Standort erhält die Kunst aus Hamburg einen neuen Stellenwert innerhalb der Kunsthalle.

In den Kabinetten im Erdgeschoss der Kunsthalle, genannt „Hamburger Gang“, sind sowohl längerfristige Präsentationen von Sammlungsbeständen als auch kürzere, thematische oder monographische Ausstellungen geplant. Dabei sollen verstärkt die umfangreichen Bestände des Kupferstichkabinetts einbezogen werden.

Die erste Ausstellung widmet sich der „Kunst der 20er Jahre in Hamburg“. Erstmals werden wichtige Teile der umfangreichen Sammlung gezeigt, die bereits von Gustav Pauli, Direktor der Kunsthalle von 1914 bis 1933, aufgebaut wurde und bis heute kontinuierlich fortgeführt wird.

Karl Kluth

Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs fanden auch in Hamburg große Veränderungen im Bereich der bildenden Künste statt. Wie in anderen Städten gründeten die Künstler in Hamburg eine Sezession, um als Gruppe stärker in der Öffentlichkeit auftreten zu können. Dieser Zusammenschluss von Malern, Graphikern und Bildhauern ermöglichte gemeinsame jährliche Ausstellungen. Künstlerisch waren die Mitglieder der Sezession unabhängig, ein gemeinsamer Stil entwickelte sich erst, nachdem eine Reihe der älteren Gründungsmitglieder ausgetreten waren und die junge Künstlergeneration Anfang der dreißiger Jahre die führende Rolle übernommen hatte. In den Werken von Eduard Bargheer, Karl Kluth oder Willem Grimm zeigt sich vor allem in der Landschaftsmalerei ein einheitlicherer Stil. Neben diesen panoramatisch angelegten, mit flüssigem Pinselstrich gemalten Kompositionen, verfolgten Künstler wie Heinrich Stegemann, Erich Hartmann oder Dorothea Maetzel-Johannsen expressionistische Tendenzen; Eduard Hopf oder Anita Rée waren in ihren Werken von der Neuen Sachlichkeit beeinflusst. Neben den Malern waren vor allem Bildhauer als Künstler in der Sezession aktiv, wie Friedrich Wield, Hans Martin Ruwoldt oder Paul William Henle.

Anita Ree

Auch wenn die Künstler der Hamburgischen Sezession in den 20er Jahren die Kunst in der Hansestadt maßgeblich prägten, konnte sich eine Vielzahl anderer Künstler unabhängig davon entwickeln – künstlerische Positionen, die häufig in Vergessenheit geraten sind.

Die Ausstellung enthält wichtige Neuerwerbungen, u. a. von Stegemann oder Heinrich Steinhagen, die bislang noch nie zu sehen waren. Zu diesen Neuerwerbungen zählen auch die beiden Zeichnungen von Anita Rée, u. a. ein „Selbstportrait“, die vom Verein „Freunde der Kunsthalle e.V.“ erworben und der Kunsthalle geschenkt wurden.

Heinrich Stegemann

Gleichzeitig zur Ausstellung erscheint im Verlag Atelier im Bauernhaus, Fischerhude, als erste umfassende Publikation das Buch „Die Hamburgische Sezession“ von Friederike Weimar.

Kurator der Ausstellung:

Dr. Ulrich Luckhardt und Friederike Weimar

Literatur:

Zinnober. Kunstszene Hamburg 1919 – 1933. Materialien zur bildenden Kunst in Hamburg während der Weimarer Republik, Szene Verlag Klaus Heidorn KG, Hamburg 1983